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Briefing für Freitag, 18.09.2026
erstellt für Medieninsider
Hallo Medieninsider!
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht unter Druck - nicht nur in Sachsen-Anhalt. So fordert nun Kulturstaatsminister Weimer die Privatisierung des ZDF. Was der Deutsche Journalistenverband dazu zu sagen hat, haben wir beim Bundesvorsitzenden Mika Beuster erfragt.
Stühlerücken - oder besser gesagt eine neue Entlassungswelle - besorgt die Mitarbeiter von RTL und Sky. Sind wirklich noch so viele Positionen doppelt vergeben, dass weitere 500 Arbeitsplätze wegfallen könnten? Auf der Suche nach Synergien scheint die RTL-Chefetage jedenfalls fündig geworden zu sein.
Warum beim WDR ein Programmdirektor gewählt wurde, der nun Vorgesetzter seiner Ehefrau ist, beleuchtet unser Autor Volker Nünning. Unter Compliance-Gesichtspunkten liege ein „regelungsbedürftiger Sachverhalt“ vor, teilte der WDR Medieninsider auf Anfrage mit. Wie Interessenskonflikte vermieden werden sollen, lesen Sie im Beitrag.
Außerdem berichten wir über eine interessante Neugründung: Das unter anderem in Dänemark schon erfolgreiche Zetland will nun auch nach Deutschland kommen - das Projekt „tbd“ startet dabei mit einer ungewöhnlichen Gründungsphase. Was geplant ist, lesen Medieninsider jetzt bei uns.
Viele Grüße
Manuel

► Axel Springer will den für 575 Millionen Pfund übernommenen „Telegraph“ zum führenden konservativen Medium im englischsprachigen Raum ausbauen und dabei besonders die Expansion in den USA vorantreiben. Zugleich verspricht der Konzern, die redaktionelle Unabhängigkeit zu wahren, während Investitionen in Digitalisierung, Technologie und KI für weiteres Wachstum sorgen sollen (F.A.Z.).
► Der deutsche Bruttowerbemarkt lag im August leicht über dem Vorjahresniveau, obwohl die TV-Werbung trotz der Fußball-WM erneut deutlich schwächelte. Wachstumstreiber waren vor allem Kinowerbung sowie Online- und Außenwerbung, deren Zuwächse die anhaltende TV-Krise jedoch nicht vollständig ausgleichen konnten (HORIZONT).
► Rund 53 Millionen Menschen in Deutschland nutzen zumindest gelegentlich Online-Audio, knapp 32 Millionen sogar täglich oder fast täglich; Musikstreaming liegt dabei vor Webradio und Podcasts. Im Auto bleibt klassisches Radio zwar knapp vor Musikstreaming, doch auf digitalen Oberflächen wie Apple CarPlay und Android Auto entscheiden zunehmend Auffindbarkeit und Plattformzugang über die Nutzung (DIGITAL FERNSEHEN).
► „The Pioneer“ will mit einer eigenen Finanzredaktion in Frankfurt, neuen digitalen Angeboten und einem dritten Redaktionsschiff stärker in den Finanzjournalismus einsteigen und dabei insbesondere Menschen ohne bisherige Kapitalmarkterfahrung erreichen. Gabor Steingart und Alev Doğan verstehen das Projekt als gesellschaftliche Mission zur finanziellen Bildung und „Demokratisierung des Kapitalismus“; geplant sind 30 bis 50 Stellen sowie ein Wachstum auf rund 200.000 zahlende Abonnenten bis 2032 (KOM).
► Burda verzeichnete für 2025 einen Umsatzrückgang um 2,6 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro. Beim Mediengeschäft sank der Umsatz um 6,5 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro. Konkrete Angaben zum Ergebnis gab es nicht – nur: Es „entwickelte sich nicht zufriedenstellend“ (Hubert Burda Media).
► Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat erneut eine Privatisierung des ZDF sowie die Zusammenlegung mehrerer ARD-Anstalten ins Gespräch gebracht, obwohl die Zuständigkeit für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bei den Bundesländern liegt. Die „Süddeutsche Zeitung“ kritisiert, dass Weimer damit langjährige Forderungen der AfD aufgreife und sie ausgerechnet in einer politisch angespannten Situation weiter salonfähig mache (Süddeutsche Zeitung).

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