Briefing für Freitag, 24.04.2026

erstellt für Medieninsider

Hallo Medieninsider!

Es dauerte nicht lange, bis vor allem politisch motivierte Kreise die News zum Wechsel von Bild-Reporter Julian Röpcke aufgriffen, um sie zur Vertrauensfrage aufzublasen. Am Montag bestätigte Röpcke einen Bericht von Medieninsider, nach dem er seinen Job als Journalist für einen neuen in der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie aufgeben werde – konkreter: für einen bei einem „deutsch-ukrainischen Drohnenbauer“.

Man muss Röpcke nicht für befangen halten, um die Frage nach dem Interessenkonflikt zu stellen. Für sein Videoformat Lagezentrum berichtete er regelmäßig von der ukrainischen Front und über zahlreiche Militärtechnologien. Im Code of Conduct von Axel Springer heißt es unter anderem:

Gleich in welchem Medium, vermeiden wir schon den bloßen Anschein, unsere Entscheidungsfreiheit in den Redaktionen könne durch Einladungen, Geschenke oder andere Vorteile beeinflusst oder beeinträchtigt werden.

Ein neuer und gut dotierter Job kann durchaus als „anderer Vorteil“ gesehen werden. Diesen „Anschein“ gilt es also zu vermeiden. Im Social Web wundern sich daher manche, warum Röpcke nach Bekanntwerden seiner Personalie überhaupt noch „on air“ gehen darf. Die Antwort: Darf er nicht.

Nachdem seine jüngsten Videos bereits mit einem Disclaimer versehen worden sind, wird Röpcke am heutigen Freitag das letzte Mal aus dem Lagezentrum schalten. Auf Anfrage erklärt ein Unternehmenssprecher:

Julian Röpcke wird sich heute mit einem letzten Auftritt nach fast 700 erfolgreichen Folgen von den Zuschauern verabschieden. Bis zu seinem Ausscheiden bei BILD wird er mit anderen redaktionellen Aufgaben betraut.

Wie wir in dieser Woche ebenfalls berichtet haben, ist Röpcke nicht der einzige prominente Abgang in der Bild-Gruppe. Das und mehr in deinem Freitagsbriefing!

Viele Grüße
Marvin

RTL darf Sky ohne weitere Auflagen übernehmen (EU-Kommission). Bertelsmann-CEO Thomas Rabe kündigt den Abbau von Doppelstrukturen und damit Personal an (Handelsblatt).

► Aktionäre von Warner Bros. Discovery stimmen dem Paramount-Skydance-Deal zu (Axios)

Condé-Nast-CEO Roger Lynch erklärt in einem Memo, man erarbeite einen Plan zur „schrittweisen Einstellung der Glamour-Verlagsaktivitäten in Deutschland, Spanien und Mexiko“ (SZ).

ProSiebenSat.1 verkauft sein Creator-Business in Nordamerika. Die Marke Studio71 US geht an Fixated (DWDL).

► Die AfD Mecklenburg-Vorpommern will bei Erfolg nach der Landtagswahl den Medienstaatsvertrag kündigen. NDR-MV-Chefredakteurin Gordana Patett und Justiziar Michael Kühn halten das für „undurchdacht“ und erläutern die Folgen im Interview (Ostsee-Zeitung).

► Der Brandenburger Landtag hat den Änderungen des Staatsvertrages über private Medien in Berlin und Brandenburg zugestimmt (SZ).

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue will keine dritte Amtszeit und geht Ende August 2027 in den Ruhestand (EPD Medien).

► Die Niedersächsische Landesmedienanstalt spricht sich für eine Lockerung des Verbots politischer Werbung im Rundfunk aus (EPD Medien).

Bild darf Bezieher von Sozialleistungen nicht als „Stütze-Schmarotzer“ oder „Stütze-Schnorrer“ beschimpfen, urteilt das Oberlandesgericht Köln (Prigge).

Berliner Zeitung: Der freie Journalist Werner Rügemer hat vor Gericht durchgesetzt, dass die Redaktion seine Artikel nicht ohne Zustimmung ändern darf (FAZ).

► Die Frankfurter Allgemeine Zeitung will 30 neue Stellen für digitalen Journalismus schaffen – auf Nachfrage betont der Verlag, dass es sich um zusätzliche Investitionen handele (FAZ Verlag).

► Das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) hat vergangenes Jahr 34 körperliche Angriffe auf Journalisten in Deutschland registriert – das sind 64 Fälle weniger als im Vorjahr (EPD Medien).

► Das Auswärtige Amt hat Kontakt zu der seit drei Monaten in Syrien vermissten deutschen Journalistin Eva Maria Michelmann aufnehmen können (FAZ).

► Vier Mitglieder der Neuen Generation haben das Axel-Springer-Gebäude mit Farbe beschmiert (Berliner Morgenpost).

Michael Dichand, Mitgesellschafter der Kronen Zeitung, ist gestorben. Sein Bruder Christoph und er übernahmen Ende 2025 die 50-Prozent-Anteile der Funke Mediengruppe (Der Standard)

► Nach einem gescheiterten Übernahmeversuch für die US-Seite Infowars von Alex Jones will die Satireseite The Onion nun mit einem Lizenzvertrag das Verschwörungsportal kapern (Spiegel).

► Die ARD will ihre Angebote für Jüngere auf eine von KI geprägte, nicht-lineare Medienwelt ausrichten und „zum digitalen Zuhause der Menschen in Deutschland“ werden (EPD Medien).

Substack hat neue Zahlen veröffentlicht. Weltweit gibt es 100.000 Creator, die auf der Plattform Geld verdienen, 30.000 davon befinden sich außerhalb der USA. In Europa werden 90 Millionen US-Dollar im Jahr erwirtschaftet (Substack).

Der Spiegel dokumentiert den Umgang mit einem Mann, der über Jahre Hass-Leserbriefe an die Redaktion schickte – und der enttarnt werden konnte (Spiegel).

► Das von Peter Thiel finanzierte Start-up Objection soll mithilfe von KI und Ex-Geheimdienstlern die „Glaubwürdigkeit“ von Medienbeiträgen bewerten (FAZ).

Gregor Schmalzried widmet sich in seinem Newsletter der Frage, warum KI-Text so schlecht ist (Gregor Schmalzried).

Wispr Flow works everywhere you type. Reply to Slack, update a Linear ticket, write a commit message — all by voice, without switching apps or breaking focus. System-level, zero setup. Start flowing free.

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