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Briefing für Freitag, 22.05.2026
erstellt für Medieninsider
Hallo Medieninsider!
Zahlen bitte: Der Mai ist traditionell der Monat der Bilanzen. Zahlreiche Medienunternehmen verkünden, wie sie im vergangenen Jahr abgeschnitten haben. Die Ergebnisse für 2025 fallen insgesamt eher ernüchternd aus.
Selbst wenn die Umsätze wachsen, steigen die Kosten unweigerlich mit. Und trotzdem gilt: An vielen Stellen im Mediensektor wird weiterhin ordentlich Rendite gemacht. Die DuMont-Mediengruppe erzielte 2025 eine in Höhe von 21 Prozent.
Die Wahl fällt hier nicht zufällig auf DuMont. Als eines der ältesten und zwischenzeitlich relevantesten Verlagshäuser der Republik hat sich DuMont mittlerweile weitgehend aus dem journalistischen Betrieb verabschiedet. Was übrig bleibt, wird eher in Technologie investiert anstatt ins Publizistische. Und natürlich dürften sich auch die Verleger Gesellschafter freuen.
DuMont steht zugleich pars pro toto für eine Vielzahl von Unternehmen in der Verlagsszene, die noch immer stark von Familien geprägt ist. Es sind die Verlage, die sie schwerreich gemacht haben. Es ist das Geld der Verlage, das sie in andere Geschäfte investieren, die sie noch reicher machen – womit wir zu Julia Becker kommen.
Die Funke-Erbin und Verlegerin stellt sich derzeit an die Spitze des Gegentrends. Auf der Anga Com las sie ihren – meist männlichen – Branchenkollegen die Leviten. Es sei Zeit, sich „am Riemen zu reißen“ und eine Überlegung wert, Geld im Unternehmen zu lassen anstatt an die Dividende zu denken. Das rüttelt auf, das beeindruckt. Diese Haltung verdient Respekt. Julia Becker lässt derzeit keinen Zweifel daran, sich an ihren Worten auch messen zu lassen.
Mehr zu Beckers Auftritt und weitere Themen der Woche findest du in deinem Freitagsbriefing.
Viele Grüße
Marvin

► Funke-Verlegerin Julia Becker teilt auf der Anga Com gegen die Medienpolitik, die Kartellwächter, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die deutsche Verlagsszene aus (DWDL).
► 106 Mitarbeiter haben den RBB freiwillig verlassen. Im August 2025 hatte die Anstalt ein Freiwilligenprogramm mit Vorruhestands- und Abfindungsregelungen gestartet – 309 Beschäftigte hatten Interesse angemeldet (EPD Medien).
► Alican Uludag, der türkische Korrespondent der Deutschen Welle, kommt nach drei Monaten aus der Untersuchungshaft frei. Das hat das Strafgericht in Ankara am ersten Prozesstag entschieden (DW).
► Axel Springer hat das Geschäftsjahr 2025 nach der im April 2025 vollzogenen Trennung von KKR mit einem Pro-forma-Konzernumsatz von 2,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Diese Kennzahl rechnet die neue Struktur als reines Medienhaus für das gesamte Jahr zurück. Das bereinigte EBIT stieg demnach von 186,5 Millionen Euro auf 241,4 Millionen Euro – ein Plus von 29,4 Prozent (Axel Springer).
► Burda verzeichnete für 2025 einen Umsatzrückgang um 2,6 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro. Beim Mediengeschäft sank der Umsatz um 6,5 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro. Konkrete Angaben zum Ergebnis gab es nicht – nur: Es „entwickelte sich nicht zufriedenstellend“ (Hubert Burda Media).
► Bei der Spiegel-Gruppe lag der Jahresüberschuss 2025 bei 25,9 Millionen Euro (Vorjahr: 26,5 Millionen Euro). Der Gesamtumsatz stieg um 3,5 Mio. Euro auf 258,8 Mio. Euro (255,2 Millionen Euro) – 54 Prozent stammen aus dem Digitalgeschäft (Spiegel-Gruppe).
► DuMont hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem um 5 Prozent gesteigerten Umsatz von 474 Millionen Euro und einem EBITDA von 100,1 Millionen Euro (+16,5 Millionen Euro) abgeschlossen (Linkedin).
► Vox Media verkauft sein Podcastgeschäft sowie New York Magazine und die Newsseite Vox an James Murdochs Investmentfirma Lupa Systems. The Verge, Eater oder SB Nation verbleiben im bisherigen Unternehmen (Axios).
► Axios hat eine Übersicht über den dramatischen Wertverlust von sechs Medienmarken zwischen ihrem Höhepunkt und dem Verkaufspreis erstellt – darunter BuzzFeed (-86 Prozent), Vice (-93 Prozent) und Mashable (-80 Prozent) (Axios).
► Business Insider steckt seit Jahren in einer Sparspirale und kämpft im Markt als austauschbare Marke, analysiert Jacob Cohen Donnelly. Der Autor sieht zwei Wege: Entweder BI lässt die Marke auslaufen und setzt auf KI-Massencontent – oder es wird in wenigen klar definierten Nischen wirklich unersetzlich. Dafür müsse sich die Springer-Marke zwischen einem konsistenten Abo-Fokus und einem werbegetriebenen Reichweitenmodell entscheiden (A Media Operator).
► Jochen Zenthöfer analysiert den Streit zwischen der Ostdeutschen Allgemeinen und dem Journalisten Matthias Meisner sowie Volksverpetzer. Verleger Holger Friedrich und Chefredakteur Philippe Debionne reagieren auf Kritik mit einer Mischung aus juristischen Schritten und persönlicher Delegitimierung (FAZ).
► Correctiv und Katapult haben ihre Datenbank zu NSDAP-Mitgliedschaften wieder offline genommen. Grund: Die Zeit mutmaßte, dass der Entwickler der Datenbank die Informationen aus dem digitalen Archiv der Zeit kopiert hatte (Taz).
► Ulf Poschardt antwortet auf die Frage, wozu er als Creator die Medien von Axel Springer braucht: „In meiner publizistischen Poetik sehe ich mich in der Tradition des Punk – do it yourself! Und in der Tradition des Hip-Hops.“ In Zeiten voller Fake-News kehre ein archaisches Prinzip zurück: „Wir vertrauen einzelnen Menschen“ (Zeit).
► Melanie Amann startet bei Funke den Podcast Unframed. Erster Gast ist Benjamin Berndt vom ähnlich lautenden Podcast {ungeskriptet}, der über seine viel geschaute und kritisierte Episode mit Björn Höcke spricht (Berliner Morgenpost).
► Florian Harms startet ebenfalls einen neuen Podcast. In Vorangedacht will er mit Mutmachern sprechen, die „eine konstruktive Haltung vereint“. Erster Gast: Frank-Walter Steinmeier (T-Online).
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► Ex-ProSiebenSat.1-Vorstand Markus Breitenecker hat per Video seine Kandidatur als Generaldirektor des ORF bekanntgegeben. 26 Jahre lang war er CEO der österreichischen Tochter ProSiebenSat.1 PULS 4 (Linkedin).
► Börsenmedien AG übernimmt zum kommenden Monat die Mehrheit an finanzwissen.de (Kress).
► Yvonne Bauer verstärkt ihr Family-Office Panther Bay Capital mit Gerhard Ebinger, dem früheren Vermögensverwalter von Susanne Klatten und Stefan Quandt (Manager Magazin).
► Canal+ hat französischen Filmschaffenden mit einem Ende der Zusammenarbeit gedroht, die zuvor in einem offenen Brief vor wachsendem Einfluss des Teilhabers Vincent Bolloré auf die Branche gewarnt hatten (Handelsblatt).
► Smart-Speaker setzen Radiosender laut Studie der Medienanstalten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Bis 2030 drohen demnach rechnerisch Verluste in dreistelliger Millionenhöhe (EPD Medien).
► Spotify bringt das Verified by Spotify-Badge nun auch zu Podcasts, um menschliche Inhalte von KI-generierten zu unterscheiden (Caschys Blog)
► Sam Altman sieht die Zukunft des Publizierens in einem Micropayment-Modell, aber nicht für Leser direkt, sondern für KI-Agenten, die im Auftrag von Menschen Inhalte abrufen und dafür kleine Beträge zahlen könnten (NiemanLab)

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