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Briefing für Dienstag, 26.05.2026
erstellt für Medieninsider
Hallo Medieninsider!
Egal, wohin man schaut: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht auch in Europa massiv unter Druck:
In der Schweiz wurde der Fortbestand des allgemein finanzierten Rundfunks zur Volksabstimmung gestellt – die Bevölkerung erteilte der „Halbierungsinitiative“ noch einmal eine Absage.
In Frankreich wurde bereits 2022 umgebaut. Die Beitragsfinanzierung wurde durch Steuermittel ersetzt.
Gleiches plant die neue rechte Regierung in Tschechien – die Bevölkerung geht auf die Straße.
In der Slowakei löste die Regierung das bisherige öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen (RTVS) kurzerhand per Gesetz auf und ersetzte es durch die neue Struktur STVR. Damit verlor die kritische Führung automatisch ihre Posten.
In Großbritannien kämpft die BBC um ihr historisches Fundament: Zwar wurde die License Fee angehoben, doch ihre Zukunft nach 2027 ist völlig unklar – der Druck, auf ein Abo- oder Steuermodell umzustellen, wächst rasant.
In Deutschland ist die Höhe des Rundfunkbeitrags längst ein viel kritisiertes Thema. Fundamental wurde das System von den Regierenden bislang aber nicht angezählt – was sich bald ändern könnte.
In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt könnte die AfD bei den anstehenden Landtagswahlen die absolute Mehrheit erreichen. Was dann droht: „Tabula rasa“, wie mein Kollege Volker Nünning schreibt. Die Partei plant einen „Grundfunk“ und könnte die bisherigen Medienstaatsverträge aufkündigen.
Was dann? Volker ist zahlreichen Fragen dazu nachgegangen. Das und mehr findest du in deinem Dienstagsbriefing.
Viele Grüße
Marvin
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► Das ARD-Studio in Kyjiw ist in der Nacht auf Sonntag bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen schwer beschädigt worden; niemand wurde verletzt. Auch das Deutsche-Welle-Studio wurde beschädigt (DWDL).
► Media Pioneer von Gabor Steingart hat 2024 einen Umsatz von 12,4 Millionen Euro (2023: 9,2 Millionen Euro) erzielt. Der Jahresüberschuss lag bei glatt einer Million Euro, 2023 bei -1,3 Millionen Euro (Kress).
► Nordsee Zeitung-Verleger Matthias Ditzen-Blanke ist neuer Vizepräsident des Europäischen Zeitungsverleger-Verbands ENPA – zusätzlich zu seinem Amt als Vorsitzender des BDZV (Presseportal).
► RTL-Reporterin Angelique Geray hatte sich 2024 als „Isabell“ in Neonazi-Gruppen eingeschleust. Das Bundeskriminalamt wirft Geray vor, die Rolle einer unbeteiligten Beobachterin verlassen und versucht zu haben, einzelne, zum Teil minderjährige Akteure und damit das Handeln der Gruppe zu beeinflussen (SZ).
► Kunsthändler und Galerien haben offenbar für Auftritte in der ORF 3-Serie Wa(h)re Kunst 4000 bis 7200 Euro an den externen Produzenten gezahlt. Das Publikum erfuhr davon nichts. Der ORF sieht dem Gesetz „Genüge getan“, prüft aber nun die Praxis (Der Standard).
► Facebook hat die neue App Forum ohne große Ankündigung gestartet. Die App richtet sich an Facebook-Gruppen und soll Diskussionen, Fragen und Community-Wissen per KI bündeln und zusammenfassen (Online-Marketing).
► Proton und Constella Intelligence haben mehr als 116.000 im Darknet offengelegte Datensätze von Mitarbeitern von New York Times, Wall Street Journal und Washington Post aufgedeckt, teils mit persönlichen Informationen und Passwörtern (Semafor).
► Laut Medienratsvorsitzende Nathalie Wappler müsse der öffentlich-rechtliche Rundfunk „schneller auf das veränderte Nutzungsverhalten reagieren, Innovation vorantreiben, um dem Auftrag gerecht zu werden“ (FAZ).

Wir haben unsere Liste der sehenswerten Filme und Serien für Medienschaffende um einen weiteren Tipp ergänzt:
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