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Briefing für Dienstag, 24.02.2026
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Hallo Medieninsider!
Der BDZV hat seinen jährlichen Trendreport veröffentlicht. Dieses Mal wurden nicht mehr auch Chefredakteure mehr befragt, sondern nur noch Manager. Ergebnis: Sie sind zuversichtlich, dass die Einnahmen aus dem Digitalgeschäft bald ausreichen werden, um Redaktionen zu finanzieren. Was sie auch erwarten: Dass KI zu Effizienz- und Kosteneinsparungen führen wird – allen voran in Redaktionen.
Man kann die Studie also auch so zusammenfassen: In einigen Jahren sind Redaktion derart klein gespart, dass dann auch die Digitalumsätze reichen.
Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander haben sich zum Start in die Selbstständigkeit mit ihrem Podcast Machtwechsel mit der Süddeutschen Zeitung getroffen. Darin verraten sie: Um sich zu finanzieren, wollen sie zukünftig auch auf Host Reads setzen, die Werbung also auch persönlich einsprechen.
Rosenfeld und Alexander werden uns zukünftig also nicht mehr nur den Politikbetrieb erklären, sondern auch, wie sie auf Emma-Matratzen schlafen und mit welchen Supplements sie in den Tag starten.
In den vergangenen Tagen sorgten zwei Ereignisse für Aufregung: Das ZDF zeigte im heute journal einen KI-Fake und berief daraufhin die verantwortliche Korrespondentin ab – nichts von alledem blieb ohne Kritik. Und dann starteten Silke und Holger Friedrich die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung als neues „Leitmedium“. Zu beidem ist bereits viel geschrieben worden. Wir haben lesenswerte Stücke zusammengesucht.
Viele Grüße
Marvin
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Beim Medienhaus/NEXT/ 2026 diskutiert die Verlagsbranche neue Ideen und Konzepte im Journalismus. Erfahren Sie, wie KI und Gamification die Medien verändern und neue Geschäftsmodelle entstehen. Erleben Sie Best Practice mit innovativen Ansätzen bei Loyalty & Community sowie viel Raum für Networking und Austausch – auch beim Get-together in der SZ-Panoramalounge mit Blick über München.

► Hacker haben aus dem Intranet der RTL Group laut eigenen Angaben über 27.000 personenbezogene Mitarbeiterdaten entwendet. Die geprüfte Stichprobe umfasst rund 100 Datensätze mit Namen, E‑Mail-Adressen, Anschriften und Telefonnummern (Netzwelt).
► Manager Magazin berichtet von „Exit-Problemen“ bei Ströer. Großaktionär und CEO Udo Müller habe in den vergangenen Monaten mehrfach Ausstiegsoptionen geprüft, darunter ein Delisting und den Verkauf des Außenwerbegeschäfts an Finanzinvestoren – bislang ohne Erfolg (Manager Magazin)
► ProSiebenSat1Puls4 streicht in Wien bis zu 45 Stellen, vor allem im Textangebot, der Sportredaktion und im Studiobetrieb (Der Standard).
► Laut Umfrage von BDZV und Highberg erwarten viele Verlage innerhalb von fünf Jahren eine Deckung der Redaktionskosten durch Digitaleinnahmen. 59 Prozent prognostizieren das Ende der gedruckten Zeitung innerhalb von 15 Jahren, 97 Prozent sehen bei KI ausschließlich positive Effekte und kalkulieren Sparpotenziale (BDZV, EPD Medien).
► Axel Springer unterstützt ein 500-Millionen-Pfund-Angebot des New York Sun-Verlegers Dovid Efune für die Telegraph Media Group. Das Konsortium stellt sich damit gegen das bereits vereinbarte, aber regulatorisch umstrittene Angebot von Daily Mail (Reuters).
► Deutsche Welle‑Korrespondent Alican Uludağ ist in der Türkei festgenommen worden und nun in Untersuchungshaft. Ihm werden unter anderem „Verbreitung irreführender Informationen“ und „Beleidigung des Präsidenten“ wegen eines regierungskritischen X-Posts vorgeworfen (Deutsche Welle).
► Deutsche Welle beschließt Sparmaßnahmen von 21 Millionen Euro. Rechnerisch sind rund 160 Vollzeitstellen betroffen, betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben (Digitalfernsehen).
► Springer-Beteiligung Dyn will seine Streaming- und Produktionstechnologie künftig auch externen Ligen, Verbänden und Marken anbieten. Erster Lizenznehmer ist die Icon League (Manager Magazin).
► Die wegen des KI-Skandals abberufene ZDF-Korrespondentin Nicola Albrecht bekommt Rückendeckung vom ehemaligen heute journal-Moderator Claus Kleber. Er verteidigt sie als „tadellose, aufrechte Kollegin“, warnt die ZDF-Führung vor einer Atmosphäre der Verunsicherung (Der Spiegel).
► Das Erste zeigte im Bericht aus Berlin einen Applaus von Angela Merkel nach der Rede von Friedrich Merz – aufgenommen war die Szene aber früher. Der Sender korrigierte den Beitrag und entschuldigte sich (ARD-Hauptstadtstudio).
► Late-Night-Moderator Stephen Colbert wirft CBS Zensur vor. Der Sender solle ihm verboten haben, ein Interview mit dem demokratischen Senatskandidaten aus Texas, James Talarico, auszustrahlen – wohl aus Angst vor der republikanisch geführten US-Medienaufsicht FCC (Deutschlandfunk).
► Wolfram Weimer will Social-Media-Plattformen noch in diesem Jahr regulieren. Bei Phoenix sagte er: „Wir haben versäumt, dass die großen Plattformen dem Jugend- und dem Presserecht unterworfen sind. Und deswegen passieren da Dinge, die in regulären Medien nicht passieren.“ (Presseportal)
► Snapchat führt „Creator Subscriptions“ ein. Nutzer können ausgewählte Influencer kostenpflichtig abonnieren. Der Test startet am 23. Februar 2026 zunächst in den USA und wird anschließend auf Kanada, Großbritannien und Frankreich ausgeweitet, Deutschland soll später folgen (Cashys Blog).
► Die Süddeutsche Zeitung trifft Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld und beschreibt, wie die beiden losgelöst von großen Medienhäusern Journalismus machen wollen (Süddeutsche Zeitung).
► Die erste Ausgabe der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung von Holger Friedrich ist Freitag erschienen. Schriftstellerin Jana Hensel meint, der Osten benötige diese Zeitung nicht (Radio3); Arno Frank stellt im Spiegel fest, die OAZ startet großem Anspruch und liest sich wie ein Blatt, das Widerspruch als Störgeräusch behandelt (Der Spiegel); PR-Berater Rico-Thore Kauert meint: „Ihr sprecht nicht für mich.“ (Linkedin)

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