Briefing für Dienstag, 23.06.2026

erstellt für Medieninsider

Hallo Medieninsider!

Es gibt Urteile, die jeder Verlagsmanager kennen sollte – auch wenn sie auf den ersten Blick nichts mit Publishing zu tun haben. Unser Kolumnist Hermann von Engelbrechten-Ilow hat so eines entdeckt.

Gesprochen hat es der Europäische Gerichtshof. Es geht um die Klage gegen eine Blitzer-App, die sich auf das Plattformprivileg beruft und damit die Verantwortung für die Inhalte von sich weist – nur hat das Gericht diese Ansicht nun kassiert. Das Urteil enthält Sprengstoff auch für die Verlagsbranche im Kampf gegen Big Tech.

Das und mehr erwartet dich in deinem Dienstagsbriefing.

Viele Grüße
Marvin

► Die Funke Mediengruppe verlässt den MVFP zu Ende Juni 2027, berichtet Roland Pimpl (Horizont).

► Die seit Januar in Syrien inhaftierte WDR-Journalistin Eva Maria Michelmann ist freigelassen worden und bereits nach Deutschland zurückgekehrt (WDR).

ProSiebenSat1-Chef Marco Giordani sagte im konzerneigenen Sender Puls4, Nachrichten müssten im KI‑Zeitalter stärker eingeordnet und kommentiert werden, statt sie nur „zu erzählen“, weil News für Bindung, Loyalität und Relevanz der Sender zentral seien (OTS).

► Die Causa Casdorff hat die Belegschaft des Tagesspiegel aufgewühlt, berichtet Anne Fromm. Viele ärgere, dass die Grenze bei KI-Nutzung bislang nicht eindeutig klar war. Zwar gäbe es eine KI-Richtlinie, die sei allerdings äußerst knapp (Taz).

► Das Bundesverfassungsgericht prüft ab heute die Klagen von ARD und ZDF gegen die von den Bundesländern blockierte Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Die verfassungsrechtliche Frage ist, inwieweit die Politik eigenmächtig von den KEF-Empfehlungen abweichen darf (SZ).

► Die Bundestagsverwaltung hat ein Bußgeldverfahren gegen Compact eingeleitet, weil dessen Veranstaltungsreihe „Die blaue Welle rollt“ als unzulässige AfD-Werbung gewertet werden könnte (FAZ).

► Der rheinland-pfälzische Landtag besetzt die ihm zustehenden Sitze im SWR-Rundfunkrat nur mit Vertretern von SPD und CDU. Der Wahlvorschlag der AfD wurde abgelehnt, womit das Parlament mit der bisherigen Praxis bricht, auch Oppositionsvertreter zu entsenden (Welt).

Kira Kramer fragt, wie vertrauenswürdig der KI-Detektor Panagram ist, der angeblich maschinell erzeugte Texte erkennt. Es sei gefährlich, das Tool als Beweisinstanz zu nutzen (FAZ).

Scott Nover betrachtet die Geschäftsmodelle hinter Newslettern, darunter Garbage Day von Ryan Broderick. Das Side-Project nach der Entlassung bei BuzzFeed ist zu einem Medienunternehmen mit Redaktion, COO und Consulting-Arm gewachsen und erzielt einen Jahresumsatz von einer halben Million Dollar (Washington Post).

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