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Briefing für Dienstag, 19.05.2026
erstellt für Medieninsider
Hallo Medieninsider!
Es wird korrigiert, was korrigiert gehört: Ulf Poschardt gibt seinen Posten als Herausgeber der „Premium“-Gruppe ab.
Für Außenstehende hat der Wechsel kaum Nachrichtenwert. Poschardt bleibt Poschardt. Er zieht sich weiter zurück, um zu bleiben: Als Autor, Kommentator – als Creator, wie es nun heißt. Nach innen aber entfaltet der Schritt seine wahre Wirkung.
Wenn Axel Springer Poschardt nun als „freiesten Mitarbeiter“ des Hauses feiert, dann führt das im Umkehrschluss auch zur Freiheit von anderen. Allen voran zu der von Chefredakteur Helge Fuhst.
Erst im März hatte Fuhst die operative Verantwortung für die Titel Welt, Politico Deutschland und Business Insider übernommen. Es war die erste Korrektur eines Set-up-Fehlers, der zu viele Führungskräfte mit unterschiedlichen Kompetenzgebieten vorgesehen hatte. In Fuhsts Rolle verschmelzen nun operative und publizistische Führung der drei Marken. Das ist wesentlich. Ein erfolgreicher Chefredakteur braucht die publizistische Richtlinienkompetenz, um die operative Rolle überhaupt ausfüllen zu können. Ein Herausgeber auf Dauersendung, der die Redaktion zudem acht Jahre lang als Chefredakteur geprägt hat, ist in einem hierarchisch geprägten Konstrukt wie der „Premium“-Gruppe eher ein Hindernis.
Wenn es für die Korrektur einen Freiheits-Spin braucht, soll es so sein. Die Entscheidung dahinter ist nicht nur konsequent, sondern erfolgskritisch.
Viele Grüße
Marvin

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► Meta, Google & Co.: Der EuGH hat entschieden, dass EU-Staaten Presseverlagen einen Anspruch auf angemessene Vergütung gegenüber Online-Diensten einräumen dürfen (LTO).
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► Der BR hat für die neueste Klar-Folge mit Julia Ruhs zum Islamismus bislang drei Programmbeschwerden erhalten, eine vom Islamrat, zwei von Privatpersonen (Evangelische Zeitung).
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