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Briefing für Dienstag, 12.05.2026
erstellt für Medieninsider
Hallo Medieninsider!
Die von der Medienkanzlei Schertz Bergmann gezündete Nebelkerze im Fall Ulmen/Fernandes wurde auch noch zum Blindgänger.
Vergangene Woche lehnte das Landgericht Hamburg den Antrag im Namen Christian Ulmens auf einstweilige Verfügung gegen den Spiegel in vier von fünf Punkten ab. Anwalt Simon Bergmann wollte unterlassen wissen, dass das Nachrichtenmagazin den Verdacht erwecke, Ulmen habe von seiner Ex-Frau Deepfakes erstellt beziehungsweise verbreitet.
Das Gericht folgte der Feststellung zwar teilweise, nicht aber der Ansicht, dass dies unzulässig gewesen sei. Die vorgetragenen Rechercheergebnisse erfüllten den Mindestbestand an Beweistatsachen für eine Verdachtsberichterstattung dahingehend, dass Ulmen solche Fakes verbreitet haben könnte beziehungsweise dies in Kauf genommen habe. Es widerspricht Ulmen-Anwalt Bergmann aber dahingehend, dass der Eindruck erweckt worden sei, dass Ulmen solche Fakes auch selbst hergestellt habe.
Lediglich in einem Punkt bekamen die Kläger Recht: Der Spiegel dürfe nicht den Eindruck erwecken, dass Ulmen einen Gerichtstermin in Palma de Mallorca geschwänzt habe. Der Spiegel hatte sich nicht vergewissert, ob Ulmen gar nicht geladen gewesen war.
Natürlich ist auch dieses nicht ausreichend recherchierte Detail bei einer Recherche dieser Dimension ein Ärgernis für den Spiegel. Trotzdem darf es nicht darüber hinwegtäuschen: Der Kern der Spiegel-Recherche bleibt nicht nur unangetastet, er bleibt nach wie vor unangegriffen: Ulmen bestreitet nicht, Fake-Profile seiner Frau erstellt und ihre Identität für unsittliches Verhalten missbraucht zu haben.
Mit anderen Worten: Die geworfene Nebelkerze hat gezischt, geraucht hat sie aber nicht. Nun wollen Ulmen und seine Kanzlei es vor dem Oberlandesgericht erneut versuchen.
Das und mehr findest du in deinem Dienstagsbriefing.
Viele Grüße
Marvin
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► Spiegel setzt sich gegen einen Antrag auf einstweilige Verfügung von Christian Ulmen in vier von fünf Fällen durch. Der wichtigste Punkt: Laut Richter sei der Verdacht, Ulmen habe Deepfakes verbreitet, zwar erweckt worden – aber auf Grundlage eines „Mindestbestands an Beweistatsachen“ (LTO).
► ZDF-Intendant Norbert Himmler will 50 Millionen Euro Programmbudget für digitale Angebote umschichten (EPD Medien).
► Der MDR setzt einen Sparkurs um, der unter anderem einen dreijährigen Produktionsstopp für Tatort und Polizeiruf 110 vorsieht. 200 Mitarbeiter sind von Kürzungen betroffen (Spiegel).
► Eine Landtagskommission in Sachsen-Anhalt fordert eine Senkung des Rundfunkbeitrags. Die CDU schlägt zudem vor, die Gehälter der Führungskräfte zu deckeln (FAZ).
► Antenne Bayern Group übernimmt rückwirkend zum 1. Januar alle Anteile an Rock Antenne und Rock Antenne Hamburg von NWZ Funk und Fernsehen (Antenne Bayern Group).
► Huawei hat Klage gegen die RTL Group wegen eines Patentstreits um effizienteres Streaming und die Reduzierung von Ladezeiten eingereicht (DWDL).
► Ein Deutsche Welle-Korrespondent im Niger ist nach 105 Tagen in Haft vorläufig wieder frei. Das Verfahren gegen ihn, offenbar infolge eines Berichts über Inlandsflüchtlinge, läuft jedoch weiter (Deutsche Welle).
► OnlyFans verkauft einen Anteil von rund 16 Prozent an den Private-Equity-Fonds Architect Capital für 535 Millionen Dollar, was einer Firmenbewertung von etwa 3,15 Milliarden Dollar entspricht (Axios).
► Ströer hat im ersten Quartal mit einem Umsatz von 496 Millionen Euro die Erwartungen übertroffen, getrieben durch starkes Wachstum in der digitalen Außenwerbung. Durch Sonderbelastungen sank der Nettogewinn auf 8,8 Millionen Euro (Finanzen.net).
► Wolfram Weimer fordert in einem Gastbeitrag, soziale Medien und KI-Plattformen stärker in die medienrechtliche Pflicht zu nehmen. Da diese Plattformen die Meinungsbildung massiv prägen, müssten sie ähnlichen Verantwortlichkeiten unterliegen wie klassische Rundfunkanbieter (Welt).
► Auch Mathias Döpfner fordert eine stärkere Regulierung von TikTok. Die Plattform sei „eine der gefährlichsten Propagandamaschinen zur Verstärkung extremistischer Inhalte“ (Welt).
► Volksverpetzer dokumentiert, wie die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung von Holger Friedrich mit der Kritik an ihr umgeht – und sammelt Spenden, um gegen Abmahnungen vorzugehen (Volksverpetzer).
► Ein Team der Uni Tübingen hat eine Folge des Comedy-Formats Das Podcast Ufo vollständig von einer KI produzieren lassen. Das Fazit fällt negativ aus. Host Stefan Titze spricht von der „aufwendigsten Folge aller Zeiten“ (Spiegel).


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