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Briefing für Dienstag, 05.05.2026
erstellt für Medieninsider
Hallo Medieninsider!
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist massiv überaltert, das gilt auch für seine Kontrollgremien. Das ist keine neue Erkenntnis. Trotzdem sind die reinen Zahlen noch einmal besonders erschreckend.
Die Mitglieder der ARD-Rundfunkräte, des ZDF-Fernseh- und des DLF-Hörfunkrats sind im Schnitt zwölf Jahre älter als die Bundesbevölkerung.
Nur acht der insgesamt 515 Mitglieder sind jünger als 30 Jahre alt – in den Gremien mancher Sender sitzt nicht einmal ein einziger Mensch, der nach 1996 geboren wurde.
Die jungen Menschen im ÖRR sind unsichtbar – und deshalb nun prominentes Thema bei Medieninsider. Unser Kollege Volker Nünning hat ausführlich recherchiert. Er legt den Finger nicht nur in die Wunde, sondern zeigt auf, wo und wie sich etwas verändern soll. Beim Südwestrundfunk (SWR) beispielsweise will die Politik nun handeln: Im nächsten – deutlich kleineren – Rundfunkrat sollen einzelne Plätze exklusiv für junge Menschen reserviert werden. Doch reicht das aus?
Für seine Recherche hat Volker auch bei jenen jungen Menschen nachgefragt, die die Gremienarbeit bestens kennen. Hervorheben will ich hier die Erfahrungen von Felizia Möhle. Wer ihren Beitrag liest, fühlt sich im Eindruck bestätigt, dass da etwas gewaltig schief läuft beim ZDF.
Möhle ist Mitglied im Fernsehrat der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt und in vielerlei Hinsicht eine Minderheit. Sie ist jung, Vertreterin der queeren Community und kritisiert die vorhandenen Strukturen – mit persönlichen Folgen, wie sie schildert. Ihr Vorwurf reicht von Diskriminierung bis zum Versuch, sie zu canceln.
Ihr Beispiel zeigt: Es braucht nicht nur jüngere, sondern auch mehr mutige Menschen in den Gremien.
Viele Grüße
Marvin

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